Interview mit Tim-Marvin Meyer

Es ist offensichtlich und doch wird es immer wieder von Fans, Funktionären und Fußballern allzu gerne vergessen: Fußball funktioniert nicht ohne Schiedsrichter. Die Frauen und Männer an der Pfeife ermöglichen den Millionen von Kickern erst, dass sie ihrer Leidenschaft innerhalb des Regelwerkes nachgehen können. Viel zu selten ernten die Unparteiischen nicht die Anerkennung, die Ihnen gebührt. Viel zu oft wird vergessen, dass Schiedsrichter ihren Job aus dem gleichen Grund verrichten, wie die Spieler, die Woche für Woche ihre Schuhe schnüren: Sie lieben das Fußballspiel. Im Interview mit unserem Schiedsrichter-Obmann Tim-Marvin Meyer wird dies deutlich.   

Hallo Tim-Marvin ! Stell Dich doch kurz einmal vor !

Ich bin 20 Jahre alt, wohne in Fahrenkrug und habe gerade meine Ausbildung zum Sozialversicherungskaufmann abgeschlossen. Seit Juli 2016 spiele ich in der zweiten Mannschaft des SV Todesfelde, davor habe ich in den Jugendteams der SG Trave 06 das Tor gehütet. Mit der Schiedsrichterei habe ich vor fünf Jahren begonnen. Ich kann sagen, dass selber Spielen und Pfeifen beides zusammen machbar ist.

Warum bist Du Schiedsrichter geworden ?

Ich war jung und brauchte das Geld und hatte keine Lust meinen Suff mit Zeitung austragen zu verdienen (er lacht). Nein, im Ernst: Ich wollte mich noch intensiver mit meiner Leidenschaft Fußball beschäftigen und auch einmal die andere Seite des Spiels kennenlernen. Dass man sich mit der Pfeiferei ein nettes Taschengeld hinzu verdienen kann, ist ein willkommener Nebeneffekt.

Was ist das Faszinierende an der Schiedsrichterei im Allgemeinen und im SV Todesfelde im Speziellen?

Man wird von Spiel zu Spiel besser, weil man sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen muss. Man wird kommunikativer und entschlussfreudiger. Und man lernt eine Menge netter Leute kennen, mit denen man nach dem Spiel gerne ein Bierchen zusammen trinkt. Das tollste Erlebnis hatte ich mit unserer Schiedsrichter-Mannschaft bei den Deutschen Meisterschaften in Düsseldorf. Dort haben wir Party gemacht und sind auch noch Deutscher Meister geworden.  

Ich finde im SVT genießen die Schiedsrichter eine hohe Anerkennung und große Wertschätzung. Wir werden vom Verein unterstützt, was die Identifikation mit unserem Klub steigert. Man ist ein Teil der Fußballfamilie. Die neueste Idee ist zum Beispiel, dass wir Schiedsrichter einmal im Monat eine interne Fortbildung absolvieren und ein Trainingsspiel unserer Oberliga-Mannschaft leiten. 

Was sagst Du denjenigen, die meinen, man würde als Schiedsrichter Wochenende für Wochenende nur bepöbelt werden und deshalb sich nicht trauen, selbst zur Pfeife zu greifen ?

Das ist Schwachsinn. Es kommt zwar immer mal wieder vor, dass man einen doofen Spruch an den Kopf geworfen bekommt. Aber im Laufe der Zeit lernt man damit umzugehen. Mittlerweile kann ich darüber meistens nur noch Schmunzeln oder es gibt auch mal einen Text zurück. Ich habe bisher mehr Anerkennung und Lob als negative Kritik erhalten.

Erklär uns in ein paar Sätzen, wie man Schiedsrichter wird, welche Pflichten dies nach sich zieht und welche Aufstiegschancen man besitzt ?

Die Ausbildung zum Schiedsrichter findet an zwei Wochenenden statt. Man ist danach ein Jahr lang Anwärter und fährt meistens mit erfahrenen Kollegen mit. Von ihnen kann man sehr viel lernen.

In einer Saison ist man verpflichtet 12 Spiele zu leiten und sechs Lehrabende zu besuchen. Der Aufwand ist wirklich überschaubar, man muss sich nur trauen. Die Chancen, in höhere Ligen zu klettern, sind groß. Ich bin 20 Jahre alt und werde wohl aller Voraussicht in der Verbandsliga pfeifen dürfen.  

Das Miteinander und die unzähligen Bekannt- sowie Freundschaften, die in meiner Zeit als Schiedsrichter entstanden sind, empfinde ich als das Größte an meinem Hobby.

Wer Lust hat, sich den Schiedsrichtern im SV Todesfelde anzuschließen, kann sich bei Tim-Marvin Meyer unter 01525-3249002 melden.

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