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Herzlich Willkommen auf der Vereinshomepage des SV Todesfelde

SV Todesfelde ist Nordost-Meister

SV Todesfelde A-Jugend gewinnt den HVSH-Pokal 2011 in Schwabstedt

Die A-Jugend des SV Todesfelde ist Nordostdeutschermeister 2011!!!

SV Todesfelde 1. Damen gewinnt gegen Slesvig IF 32:29 zu Hause

SV Todesfelde 2. Damen spielt am 15. Mai in Großenaspe im Final-Four des Pokals

SV Todesfelde 2. Damen Kreispokalgewinner!!!

SV Todesfelde 1.Herren gewinnen 2:1 gegen Heide zu Hause

SV Todesfelde 1. Herren holen den 3. Platz beim Hallenmasters in Kiel!!!

NordSport

Todesfelde feiert sein Überraschungsteam

17. Januar 2011 | Von cje

Sie hatten die größte Fangemeinde dabei und auch ansonsten einiges an Unterstützung. Die Kicker des SV Todesfelde merkten bereits bei der Anreise, dass dieser Tag einer der größten der Vereinsgeschichte ist. Von den rund 500 Fans, die den SVT begleiteten, reisten etwa 360 in sechs Bussen an. "Wir haben sogar noch Gelenkbusse organisiert, um alle unterzubekommen", erklärte der SVT-Vorsitzende Holger Böhm, der selbst das Turnier aus einer Loge heraus verfolgte. Dort hatten sich die wichtigsten Förderer der Segeberger versammelt. Darunter war auch Bürgermeister Carsten Wittern. "Todesfelde ist einfach eine fußballverrückte Gemeinde", erklärte das Oberhaupt des 1000-Einwohner-Ortes, der Spiele "seines" Vereins regelmäßig verfolgt. In der Loge war die Stimmung bestens. "Das Turnier läuft klasse. Mehr konnten wir nicht erwarten", freute sich Boss Böhm über den Halbfinaleinzug.

So sahen es auch die Spieler. "Ins Halbfinale zu kommen, wollten wir schon versuchen", erklärte Routinier Kay Reining. "Unsere Gruppe war die etwas leichtere. Dass es aber schon nach zwei Spielen klar ist, hätte ich nicht gedacht." So hatten die Todesfelder noch zwei "Bonus"-Spiele gegen die beiden Regionalligisten. "Dass wir die verloren haben, ist nicht tragisch", meinte Trainer Thomas Möller. "Es ist klar, dass ein Unterschied zwischen diesen Mannschaften und uns als SH-Liga-Aufsteiger bestehen muss. Insgesamt war dieses Turnier eine tolle Sache für uns." Und so ließen sich weder die VIPs in der Loge noch die Fans vom Feiern abhalten und sorgten dafür, dass die Mannschaft gefeiert wurde. Im Todesfelder Vereinsheim ging es bis in die frühen Morgenstunden...

Eine Schwester als guter Gag

17. Januar 2011 | Von cje

Für eine bunte Idee sind sie immer mal gut. Thomas Möller und der SV Todesfelde wissen, wie man positiv auf sich aufmerksam macht. Auch beim Hallenmasters war das so. Schon beim Auflaufen schaute jeder in der Halle genauer hin. Grund dafür war die blonde Krankenschwester, die an der Spitze der SVT-Mannschaft in die Halle lief. Physiotherapeutin Stefanie Weinke präsentierte sich in dieser Verkleidung. "Die Idee hatte der Trainer", erklärte sie. "Ich sollte mir etwas Verrücktes ausdenken. Da habe ich lange überlegt und mir dann letzte Woche dieses Outfit besorgt." Möller fand's gut. "So ein Hallenturnier ist abseits des Platzes auch immer etwas Show. Da wollten wir auch etwas beitragen." Die Einlage passte deshalb besonders gut, weil nicht nur die Blondine im weißen Kostüm, sondern auch die SVT-Kicker auf dem Kunstrasen eine gute Figur abgaben. "Alles ist gut gelaufen", freute sich Weinke. "Jetzt bringen alle mit dem Namen Todesfelde etwas in Verbindung." Die Sprüche, die sie sich anhören musste, nahm sie dafür gern in Kauf. "Es gab einige, aber alles positiv. Ich würde das auch wieder so machen." Bleibt nur noch zu erwähnen, dass sie in ihrer Eigenschaft als Krankenschwester keinen Verletzten zu versorgen hatte. "Allerdings habe ich schon beim Auflaufen bei dem einen oder anderen Gegner gesehen, dass er gern eine Behandlung bei uns bekommen würde", schmunzelte Möller.

Holstein dominiert, Todesfelde überrascht

17. Januar 2011 | Von cca

Die Gruppe A wurde dominiert vom Titelverteidiger Holstein Kiel. Der Regionalligist startete mit einem famosen 6:0 über Flensburg 08 in die Veranstaltung. Auch in den anderen beiden Partien überzeugte Holstein spielerisch, so dass der Gruppensieg für die KSV ein Spaziergang mit nur überschaubarer Mühe war. Als man gegen Eichede gefragt war, schlug Holstein eiskalt zurück. Mit Marc Heider stellten die Kieler auch den überragenden Akteur der Gruppenspiele. Flensburg hatte Mühe sich von der Auftaktschlappe zu erholen. Insgesamt fehlt den 08ern die Kreativität, um Akzente in der Sparkassen-Arena zu setzen. Der SV Eichede zeigte hervorragende Ansätze, in Punkto Effizienz überzeugten die Stormarner jedoch nicht. Die Überraschung war der SV Todesfelde. Frech, forsch und unbekümmert trat der Neuling auf. Die jungen Spieler demonstrierten Spaß am Umgang mit der runden Kugel. Lohn der engagierten Möller-Mannschaft war Rang zwei in der Gruppe.

Mit einer beeindruckenden Vorstellung begann Lokalmatador Holstein Kiel das Turnier. Nach 90 Sekunden eröffnete Marc Heider den Torreigen. Nur 20 Sekunden später erhöhte Trainersohn Fynn Gutzeit auf 2:0. Dem enorm spielfreudigen Heider glückte mit einem strammen Linksschuss der dritte Treffer. Und Holstein dominierte weiter das Geschehen, Flensburg Keeper Bitterling sah eine Angriffswelle nach der nächsten auf ihn zukommen. Florian Meyer setzte geschickt die Bande ein, so dass Jakob Sachs mühelos zum 4:0 vollendete. Schon nach sechs Minuten war es Karsten Fischer, der das 5:0 für Holstein erzielte. Für die nahezu chancenlosen und wenig kreativen Flensburger vergab Benjamin Seebauer die beste Torchance. Nachdem Ferhat Yazgan noch am Innenpfosten gescheitert war, war es Marc Heider vorbehalten mit seinem dritten Treffer den 6:0-Endstand zu erzielen. Während Flensburg ordentlich Lehrgeld bezahlt hatte, hatte Holstein eine Galavorstellung geboten.

Die beiden Überraschungsteams der Schleswig-Holstein Liga lieferten sich eine hartumkämpfte Partie. Rene Lübcke (2.) gewann den entscheidenden Zweikampf gegen Simon Marwege und besorgte die Führung für Todesfelde. Nach prima Vorarbeit von Jorrit Bernoth markierte Dominik Lembke daraufhin die 2:0-Führung. Schon im Gegenzug glückte dem SVE durch Torge Maltzahn der Anschlusstreffer. Eichede gab sich keinesfalls geschlagen und wirkte nun entschlossener und spielfreudiger. Aber durch Dennis Wagner, Lasse Bork und einen Lattenknaller von Fabian Kolodzick vergaben die Stormarner gleich drei gute Chancen. Zwei Minuten vor dem Abpfiff bedeutete ein abgefälschter Schuss von Andre Kalbau indes das vorentscheidende 3:1. Den Schlusspunkt der munteren Partie setzte Bernoth, der ein Zuspiel von Kamil Krol verwertete. Todesfelde hatte - angetrieben von den lautstarken Fans - eine starke Vorstellung geboten. Der SV Eichede hatte spielerisch nicht enttäuscht, aber deutliche Probleme in der Chancenverwertung offenbart.

Das dritte Gruppenspiel hielt Spannung und jede Menge Dramatik bereit. Zunächst war es Milan Prieske, der aus spitzem Winkel Kiels in dieser Partie unsicheren Keeper Nico Beyer zur Führung überraschte. Nur 20 Sekunden später staubte Heider aber schon zum Ausgleich ab. KSV-Verteidiger Steve Müller scheiterte an der Latte, auf der Gegenseite versuchte es Maltzahn mit dem Kopf ohne Erfolg. Holstein zeigte zwar den besseren Kombinationsfußball, Eichede wirkte jedoch in seiner zweiten Partie hellwach. Nach einem langen Pass von Wagner düpierte Kolodzick gekonnt Keeper Beyer, plötzlich führte Eichede mit 2:1. Aber der Titelverteidiger kam zurück in die Partie. Mit einer feinen Einzelaktion und einem platzierten Abschluss traf Paul Camps zum Ausgleich. Und 15 Sekunden vor der Abpfiff doch noch die Kieler Führung. Einmal mehr war es Marc Heider, der ein Zuspiel von Gutzeit zum 3:2 ins Netz beförderte. Mit Wille und Entschlossenheit hatte Holstein das Spiel noch gedreht. Eichede hatte sich teuer verkauft, beendete jedoch auch seine zweite Partie erfolglos.

Fußballerische Magerkost und zwei Zeitstrafen bot die Auseinandersetzung der beiden SH-Ligisten. Nach holprigem Beginn der Partie kassierte Flensburgs Marcel Hansen nach einem Foulspiel von hinten früh eine Zwei-Minuten-Strafe (3.). Aber die 08er überstanden die Unterzahl unbeschadet. Stefan Wrage vergab dabei die beste Torchance des SVT. Überhaupt war Todesfelde die tonangebende Mannschaft, freilich ohne dabei zu überzeugen. Im zerfahrenen Spiel war weiterhin viel Kampf und wenig Fußball auszumachen. Der Todesfelder Bernoth scheiterte knapp, auf der Gegenseite prüfte Hansen SVT-Keeper Daniel Jeschke. Fast schien es so, als wollten sich beide Teams mit dem torlosen Remis anfreunden, als einer der kuriosesten Treffer des Abends die Partie entschied, 08-Keeper Finn Hübner hatte für eine Rettungstat seinen Strafraum verlassen, vom Mittelkreis zog der hellwache Kalbau ab und traf ins leere Tor. Kurz vor dem Abpfiff der etwas ruppigen Partie bekam SVT-Akteur Krol nach Foulspiel noch eine Zwei-Minuten-Strafe, dies sollte aber am etwas glücklichen 1:0-Endstand nichts ändern. Die Gruppe war somit schon vorzeitig entschieden. Todesfelde stand im Halbfinale, 08 war ausgeschieden.

Beide Kontrahenten waren vorzeitig für das Halbfinale qualifiziert, im direkten Aufeinandertreffen ging es um den Gruppensieg. Dabei war die Begegnung für Regionalligist Holstein eine eindeutige Angelegenheit. Schon nach 30 Sekunden gelang Meyer mit seinem ersten Turniertor die Führung der KSV. Und die "Störche" kombinierten weiter konzentriert und zielstrebig. Nach einer feinen Ballpassage über Gutzeit und Müller war es Sachs (7.), der zum 2:0 vollendete. Todesfelde zeigte zu viel Respekt und kam nur selten vor das KSV-Tor. Die spielerische Überlegenheit nutzte Holstein weiter aus. Nach zehn Minuten markierte Linksfuß Meyer mit seinem zweiten Treffer den beruhigenden 3:0-Zwischenstand. Der Gruppensieg entschieden, die KSV lud zur kleineren Zauberstunde, vergaß dabei jedoch das Toreschießen. Der SV Todesfelde wurde trotz der drohenden Niederlage von seinen Fans lautstark gefeiert. In den letzten Minuten fehlte beiden Teams die (An)Spannung. Kurz vor dem Spielende erzielte Stefan Wrage per Flachschuss zumindest noch den 3:1-Endstand.

Mit zuvor zwei Niederlagen sollte es für beide Teams nur noch darum gehen, sich ordentlich aus dem Turnier zu verabschieden. Flensburg setzte dabei ein erstes Signal. Hansen staubte nach zwei Minuten ab und erzielte den ersten Flensburger Treffer des Turniers. 08 war weiterhin die tonangebende Mannschaft. Vadim Galinger wagte dabei einige freche Dribblings, ehe Helge Bredahl (7.) an Keeper Marcel Venz scheiterte. Nach klugem Zuspiel von Tim Fries war erneut Hansen zur Stelle und traf zum 2:0. Vom SV Eichede war bis dahin nichts zu sehen. Doch das sollte sich schlagartig ändern: Dem Flensburger Galinger unterlief aus kurzer Entfernung ein Eigentor (11.). Dies schien der entscheidende Weckruf, in den Schlusssekunden raffte sich Eichede zu munteren Angriffen auf. Eine Minute vor dem Abpfiff traf Felix Brügmann zum 2:2-Ausgleich. Am Ende wurde das Duell der Enttäuschten doch noch eine lebhafte Partie. Durch die späte Aufholjagd sicherten sich die Stormarner zumindest den dritten Platz.

VfB Lübeck auch in der Halle Nummer 1

17. Januar 2011 | Von cje

Nach der Wachablösung auf dem Feld erkämpfte der VfB Lübeck auch in der Halle die Nummer eins im Land zurück. In einem gutklassigen Turnier siegte der Regionalliga-Dritte beim 13. SHFV-Hallenmasters glücklich, aber nicht unverdient in einem dramatischen Endspiel gegen den Erzrivalen Holstein Kiel.

8000 Zuschauer in der Ostseehalle waren Zeuge eines unterhaltsamen Turnierverlaufs, in dem Holstein Kiel gleich einen Paukenschlag (6:0 gegen Flensburg 08) vorlegte, beide Favoriten im Anschluss fast durchweg gute Leistungen zeigten und auch die Außenseiter weitgehend überzeugten. Mit dem FC Sylt und dem SV Todesfelde schafften es die beiden Turnierdebütanten bis ins Halbfinale. Auch der Heikendorfer SV lieferte ein gutes Turnier ab. Die letztgenannten Teams waren klare Sieger, was die Fan-Unterstützung anbetrifft. Beide Vereine hatten etwa 500 Fans mobilisiert - in punkto Lautstärke überboten die Heikendorfer die Todesfelder sogar. Während der VfR Neumünster nach wechseölhaften Leistungen früh ausschied, enttäuschten einzig die Teams von Flensburg 08 und des SV Eichede, die beide sieglos die Heimreise antraten. Starke Schiedsrichterleistungen rundeten das positive Bild ab. Im Rennen um den Titel des besten Spielers kürten wir den Lübecker Domagoj Duspara, knapp vor Torjägerkönig Marc Heider. Unter vielen sehr soliden Torhütern hatte unserer Meinung nach der Todesfelder Daniel Jeschke knapp die Nase vorn.

Lübecker Triumph beim Erzrivalen

17. Januar 2011 | Von Ulrich Schröder

Als Franz Beckenbauer nach dem gewonnenen WM-Finale 1990 ganz allein über den Rasen des Olympiastadions von Rom schritt, war Philipp Röhr vom VfB Lübeck noch nicht einmal vier Jahre alt. Die Szene muss sich dem 24-Jährigen dennoch eingebrannt haben. "Wie Beckenbauer!", johlte der Fußballer, als sich Co-Trainer Ingo Popp aus der Lübecker Jubeltraube löste und für einen Moment seine Ruhe suchte.

Im Jahr 2000 hatten die Grün-Weißen zum letzten Mal beim Hallenmasters des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) triumphiert. Danach lieferte der VfB verlässlich blamable Vorstellungen ab, schied meist schon in der Vorrunde aus. Und auch die 13. Auflage der Hallenmeisterschaft begann nicht gut für den Regionalligisten, der mit 1:3 gegen den FC Sylt verlor.

Dann kamen die Hansestädter jedoch ins Rollen: 4:1 gegen den Heikendorfer SV, 4:2 gegen den VfR Neumünster, 4:0 gegen den SV Todesfelde - das Endspiel war erreicht, Gegner war Titelverteidiger Holstein Kiel, der bis dahin vier Siege auf dem Konto hatte. Und bis zwei Minuten vor Schluss deutete alles auf den vierten Erfolg in Folge für die "Störche" hin, die 3:1 führten. Dann die Wende. "Wir haben zu früh abgeschaltet", sagte Holstein-Coach Thorsten Gutzeit. "Dieses Team will einfach nicht verlieren - und das tut es dann auch nicht", lobte Ingo Popp, der Cheftrainer Peter Schubert an der Bande vertrat.

Philipp Röhr, Marcello Meyer und Domagoj Duspara drehten die Partie, nutzten individuelle Fehler des Favoriten. Dusparas Treffer zum 4:3 ließ den Kieler Anhang, der die Lübecker während des gesamten Turniers schmähte, verstummen. Während die Sieger ausgelassen feierten, leerte sich der Holstein-Fanblock in Sekundenschnelle. "Ist das geil!", schrie Danny Cornelius seine Freude heraus. Besondere Genugtuung, beim Erzrivalen triumphiert zu haben? "Nicht unbedingt, wir haben ja zuletzt häufiger mal gegen Holstein gewonnen", grinste Keeper Noureddine Sem ghoun. Für den VfB gab es 5000, für die unterlegenen Kieler 2500 Euro. Rang drei, dotiert mit jeweils 600 Euro, teilten sich die SH-Ligisten FC Sylt und SV Todesfelde, beide Masters-Debütanten.

"Wir sind Aufsteiger, dürfen hier mitspielen - was kann es Besseres geben?", schwärmte Thomas Möller, Trainer des SV Todesfelde. Die Gemeinde im Kreis Segeberg hat gut 1000 Einwohner, mehr als die Hälfte war statistisch gesehen in der Halle. Beeindruckend, wie die Fans aus Todesfelde in blau-gelb und die schwarz-weißen Heikendorfer ihre Teams unterstützten. Lautstark auch die Unterstützer aus Flensburg und Eichede, obwohl beide Teams sportlich nur die Statistenrollen ausfüllten.

"Um dieses Turnier beneidet uns ganz Deutschland", stellte SHFV-Präsident Hans-Ludwig Meyer vielleicht etwas zu euphorisch fest. Festzuhalten bleibt aber, dass sich das Niveau sehen lassen konnte. Das Turnier lebte trotz einiger Lücken auf den Rängen wieder von den positiven Emotionen der "Kleinen", die ihren Auftritt zur Party machten und die Handballhochburg Ostseehalle zum Fußballtempel werden ließen. Die "Holzereien" aus der Frühzeit des Masters gibt's nicht mehr, dazu trugen auch die sehr guten Leistungen der Schiedsrichter Thorsten Balsam (Altenholz), Sönke Müller (Altenkrempe) und Björn Hinrichs (Husum) bei.

Bester Torschütze war der Kieler Marc Heider (acht Treffer), zum besten Spieler wählte eine Fachjury den Lübec ker Domagoj Duspara. Bester Keeper wurde der Todesfelder Daniel Jeschke an seinem 26. Geburtstag.

Hamburger Abendblatt

Die gefühlten Sieger

Schleswig-Holstein-Liga-Fußballer des SV Todesfelde belegen beim Hallen-Masters in Kiel überraschend den dritten Platz

JOACHIM JAKSTAT

KIEL :: Wenige Meter entfernt posierte der VfB Lübeck als neuer schleswig-holsteinischer Hallenmeister und präsentierte den Siegerscheck über 5000 Euro im Blitzlichtgewitter der Fotografen.

Die Hansestädter hatten im Finale den dreimaligen Titelträger Holstein Kiel nach einem 1:3-Rückstand in den letzten fünf Minuten noch aus allen Titelträumen gerissen und in „Feindesland" den 4:3-Triumph gegen den Regionalliga-Rivalen perfekt gemacht.

500 SVT-Fans bejubeln ausgelassen das Erreichen der Vorschlussrunde

Doch auch die Kicker des SV Todesfelde hatten beim abschließenden Mannschaftsfoto allen Grund zum Jubeln. Gemeinsam mit den rund 500 Fans in Block C der Kieler Sparkassenarena feierte das Team von Trainer Thomas Möller den Halbfinaleinzug wie einen Sieg. Keine Spur von Enttäuschung

über die 0:4-Niederlag gegen den späteren Titelträger VfB Lübeck in der Vorschlussrunde. Vielmehr überwog bei den Akteuren und bei den Verantwortlichen der Stolz über das Vollbrachte.

Mit dem 4:1 gegen den Schleswig-Holstein-Liga-Rivalen SV Eichede (Torschützen: Rene´ Lübcke, Dominik Lembke, Andre´ Kalbau und Jorrit Bernoth) hatten Möllers Männer einen Auftakt nach Maß erwischt und für frenetischen Jubel im Todesfelder Fanblock gesorgt. „Das ist schon die halbe Miete für das Halbfinale", sagte Kay Reining. Für den Routinier war die Kulisse mit rund 8000 Zuchauern nichts Neues. Mit dem SV Henstedt-Rhen (drei Teilnahmen) hatte er 2007 gemeinsam mit Torhüter Daniel Jeschke das Turnier sogar gewonnen. Der am Ende glückliche 1:0-Sieg gegen Flensburg 08 bescherte dem SVT den Einzug in die Vorschlussrunde. André Kalbau hatte den Ball fast von der

Mittellinie aus ins leere Tor geschoben. Die SVT-Kicker genossen den Auftritt vor voll besetzten Rängen und die Leistungsvergleiche mit den besten Fußballern des nördlichsten Bundeslandes.

„Das ist für die Jungs der Saisonhöhepunkt", sagte Ex-Profi Mammadou Sabaly, der nach einer Knieverletzung zwar wieder fit ist, jedoch seinen jüngeren Kollegen das Feld überließ und sich auf die Rolle des Trainer-Assistenten beschränkte. Die beiden Vergleiche gegen die Regionalligisten aus Kiel und Lübeck holten den Aufsteiger in die Schleswig-Holstein-Liga zwar schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, die Feierlaune ließen sich die Todesfelder aber nicht verderben. Der Kieler Florian Meyer ließ alle Endspielträume schon nach 40 Sekunden platzen. Stürmer Jakob Sachs und noch einmal Meyer sorgten früh für klare Verhältnisse. So gab es für den Todesfelder Anhang nur noch zweimal Grund zum Jubeln. Als Nico Timmermann drei Minuten vor dem Ende aufs Feld geschickt wurde, erhoben sich viele Fans und applaudierten. Für Timmermann war es der Höhepunkt seiner Laufbahn. Vereinstreue, Einsatzfreude und Zuverlässigkeit- das sind die Markenzeichen der

„Abwehrkante". Nach der Geburt seines Sohnes will er kürzertreten. „Die Saison werde ich mit Vollgas beenden. Doch wenn ich gebraucht werde, bin ich da", so der 31-Jährige.

Stefan Wrage trifft zum 1:3 gegen Holstein Kiel

Laut wurde es auch Sekunden vor dem Abpfiff, als Stefan Wrage gegen die Kieler „Störche" der Ehrentreffer gelang. Der blieb dem SV Todesfelde gegen den VfB Lübeck beim 0:4 verwehrt.

„Das ist halt noch eine andere Liga mit viel mehr Tempo und Effektivität", sagte Mammadou Sabaly, „Lübeck und Kiel haben fertige Spieler. Viele unserer jungen Akteure sind dagegen noch in der Entwicklung."

Die Spiele des SV Todesfelde: SVT - SV Eichede 4:1, SVT - Flensburg 08 1:0, SVT - Holstein Kiel 1:3, SVT - VfB Lübeck 0:4.

Endstand: 1. VfB Lübeck, 2. Holstein Kiel, 3. SV Todesfelde und FC Sylt.

Blau-gelber Freudentaumel

Spieler und Fans feiern den größten Erfolg der Vereinsgeschichte gemeinsam im Klubheim

TODESFELDE :: „Der SV Todesfelde rockt die Sparkassenarena", hatte Holger Böhm verkündet. Der Vereinschef und seine Mitstreiter hielten Wort. Über 500 Anhänger mobilisierte der Dorfverein. Und die waren beim 13. Hallen-Masters des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes ähnlich motiviert

wie die Kicker von Trainer Thomas Möller. Block C der früheren Ostseehalle war während der rund vierstündigen Fußball-Veranstaltung fest in Todesfelder Hand. Die Fans sorgten auf der Tribüne

mit Fahnen, Luftballons und Schals immer dann für ein blau-gelbes Meer der Begeisterung, wenn ihre Lieblinge den Kunstrasen betraten. Für die vorbildliche Fankultur beim SVT spricht aber auch, dass die Anhänger des Schleswig-Holstein-Ligisten selbst dann ihre gute Laune bewahrten, als dem Team auf dem Feld die Grenzen aufgezeigt wurden. Beschimpfungen der Gegner gab es nicht. Kein Wunder also, dass SHFV-Präsident Hans-Ludwig Meyer in seiner Ansprache vor der Siegerehrung den SV Todesfelde als Bereicherung des Turniers bezeichnete. Hinter dem kleinen Fußballwunder

in dem 1000-Seelen-Dorf vor den Toren der Kreisstadt Bad Segeberg stecken eine handvoll engagierter, ehrenamtlicher Führungskräfte im Verein um den Klubvorsitzenden Holger Böhm. Er ist

Motivator, Einpeitscher und Stimmungskanone in einer Person. Dabei sind es nicht nur die Fußballer,

denen seine große Leidenschaft gilt. Ebenso engagiert setzt er sich für die Belange der Handballabteilung ein. Ähnlich groß ist die Sportbegeisterung der Todesfelder Bürger: Das halbe Dorf

machte sich am Nachmittag in fünf Reisebussen auf den Weg nach Kiel, um gemeinsam in der Sparkassenarena eine Party zu feiern. Niedergeschlagene Mienen gab es dabei auch nach dem

Ausscheiden im Halbfinale nicht. „Sensationell!" - so fasste Holger Böhm seine Gefühle nach dem Fußballfest zusammen. Mal hatte Böhm die Begegnungen in der Loge verfolgt, die von Sponsoren

und dem SVT-Förderkreis angemietet worden war. Dann wieder mischte er sich mit seinem Fanschal unter die Anhängerschar. Es war deutlich zu spüren, dass das erfolgreiche Abschneiden „seiner

Fußballer" auch für ihn eine große Belohnung für all die vielen Jahre ehrenamtlichen Engagements war. Die 1250 Euro Prämie für Platz drei, die Kapitän Dominik Lembke aus der Hand von Verbandschef Hans-Ludwig Meyer und Volker Dornquast (Staatssekretär im Innenministerium

des Landes Schleswig-Holstein) erhielt, durfte die Mannschaft behalten. Der Verwendungszweck war indes schnell geklärt: „Wir werden unsere Fans einladen", so Lembke. Und tatsächlich folgte eine lange Nacht im Klubheim des SV Todesfelde. Schließlich galt es, den größten Tag in der Geschichte des Dorfvereins gebührend ausklingen zu lassen... (mt)

Lübecker Nachrichten

VfB gewinnt das Hallen-Masters

Nach elf Jahren holen die Grün-Weißen wieder den Titel. Im Endspiel wird Holstein Kiel mit 4:3 geschlagen. Duspara erzielt den entscheidenden Treffer. Todesfelde kommt bis ins Halbfinale, Eichede scheidet vorzeitig aus.

Von Volker Giering

Kiel -Der VfB Lübeck hat seine Ankündigung wahr gemacht. „Wir wollen den Titel", hatte Trainer Peter Schubert gesagt. Gestern, um 22.40 Uhr, stand der Sieg beim 13. Hallen-Masters fest. 4:3 im Finale vor 8000 Zuschauern in der Sparkassen-Arena gegen Holstein Kiel. Die Grün-Weißen lagen schon 1:3 zurück (zweimal Schulz und Heider für Kiel sowie Cornelius). Dann die Wende: Röhr, Meyer und Duspara (52 Sekunden vor Schluss) trafen. Der Lohn: 5000 Euro Prämie. „Ein Riesending, in Kiel zu gewinnen", freute sich Duspara, der auch zum besten Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde. Die Lübecker mussten allerdings auch einiges gut machen. In den vergangenen drei Jahren schieden sie schon nach der Vorrunde aus. Der letzte Masters-Triumph liegt elf Jahre zurück. Im Halbfinale besiegte der VfB den SV Todesfelde 4:0. Tore: Cornelius, Gebers, Meyer, Zekiri. „Die Niederlage ist nicht schlimm. Wir haben uns als Mannschaft toll präsentiert", freute sich Präsident Holger Böhm. Für Super-Stimmung sorgten rund 500 Todesfelder Fans. Ein ganzer Block in Gelb-Blau, mit Fahnen und Luftballons. Der VfB startete mit einer 1:3-Niederlage gegen Sylt in den Gruppenspielen. Schon nach vier Minuten stand's durch Mäkelmann, Sältz und Kastner 0:3 Erst kurz vor Schluss schaffte Hohnstedt den Anschlusstreffer. Ingo Popp, der seinen Cheftrainer Peter Schubert (saß auf der Tribüne) vertrat, verließ wortlos den Innenraum. Dafür redete Abwehrspieler Gebers: „Das war eine Katastrophe. Aber wir wollen trotzdem noch das Halbfinale erreichen." Im  zweiten Spiel machte es der VfB besser, gewann 4:1 gegen Heikendorf. Duspara und Cornelius trafen doppelt. „Wir haben uns besser bewegt und unsere Chancen ausgenutzt. Die Niederlage gegen Sylt ist vergessen", sagte Popp. Im letzten Spiel gelang ein 4:2 gegen Neumünster und damit der Sprung unter die letzten vierMannschaften. Duspara,  Meyer,  Siedschlag und Steinwarth  trafen für Grün-Weiß, der Ex-Lübecker Thomas zweimal für die „Veilchen". In der anderen Gruppe besiegte Todesfelde überraschend  klar Eichede 4:1. Lübcke und Lemke legten ein 2:0 vor, Maltzahn verkürzte, Kolodzick traf die Latte. Kalbau und Bernoth machten alles klar. Im zweiten Spiel durfte Eichede gegen Kiel nicht verlieren. Durch Prieske und Kolodzick führten die Stormarner 2:1 (Gegentor durch Heider), aber dann drehte Camps (2) die Partie. 2:3 - das vorzeitige Aus. Trainer Brunner: „Uns fehlt die Cleverness." Im  letzten Spiel gab's ein 2:2 gegen Flensburg (SVE-Tore: Prieske, Brügmann). Todesfelde sicherte sich vorzeitig den Einzug ins Halbfinale mit einem 1:0 gegen Flensburg (Tor durch Kalbau). „Die Geschlossenheit zeichnet uns heute aus", lobte Coach Thomas Möller seineMannschaft. Die abschließende 0:3-Niederlage gegen Kiel störte keinen.

Hallen-Masters in Kiel

Gruppe A:

Holstein Kiel - Flensburg 08     6:0

SV Todesfelde - SV Eichede     4:1

Holstein Kiel - SV Eichede        3:2

Flensburg 08 - SV Todesfelde  0:1

SV Todesfelde - Holstein Kiel   0:3

SV Eichede - Flensburg 08       2:2

  

Tabelle:

1. Holstein Kiel     3    12:2   9

2. SV Todesfelde  3      5:4  6

3. SV Eichede       3      5:9  1

4. Flensburg 08    3      2:9  1

  

Gruppe B:

VfB Lübeck - FC Sylt                  1:3

VfR Neumünster - Heikendorf     0:3

VfB Lübeck - Heikendorfer SV     4:1

FC Sylt - VfR Neumünster          2:3

VfR Neumünster - VfB Lübeck    2:4

Heikendorfer SV - FC Sylt          1:1

  

Tabelle:

1. VfB Lübeck           3     9:6   6

2. FC Sylt                 3    6:5   4

3. Heikendorfer SV   3     5:5  4

4. VfR Neumünster   3     5:9  3

 

  

Halbfinals: Holstein Kiel - FC Sylt 2:1              SV Todesfelde - VfB Lübeck 0:4

Endspiel:   Holstein Kiel - VfB Lübeck 3:4

Todesfelde: Feier bis in die Nacht

Todesfelde - Bis morgens um vier Uhr feierten die Todesfelder ihren dritten Platz beim Hallen-Masters. Nach der Party in Kiel ging es im Klubheim weiter. „Wir haben beste Eigenwerbung für unseren Dorfverein betrieben", freute sich Präsident Holger Böhm. 500 Fans machten im Block mächtig Alarm, schwenkten ihre blau-gelben Fahnen und Luftballons. In der Todesfelder VIP-Loge drückten beim Halbfinale gegen den VfB Bernd Jorkisch und Ralf Dümmel dem Außenseiter die Daumen. ZweiSponsoren, die einst den Regionalligisten finanziell unterstützten. Es half  nicht.

Todesfelde unterlag 0:4. „In den Spielen gegen den VfB und beim 0:3gegenKiel in der Vorrunde wurden uns die Grenzen aufgezeigt", sagte Trainer ThomasMöller. GIE

Segeberger Zeitung

Eine lange blau-gelbe Partynacht

Fußballer des SV Todesfelde belegen bei ihrem Hallenmasters-Debüt Rang 3 und werden von 500 Fans frenetisch gefeiert

Todesfelde. Als der Morgen dämmerte, verließen die letzten Gäste die Vereinsgaststätte an der Dorfstraße. Einer der längsten Tage in der Geschichte der Fußballsparte des SV Todesfelde nahm gegen 6.30 Uhr in der Frühe sein Ende. Es war ein Tag, den die Fußballer und die Anhänger des Klubs nicht so schnell vergessen werden. Begleitet von rund 500 Fans erspielten sich die Kicker des SH-Ligisten einen tollen dritten Rang und eine Menge Sympathien bei ihrem ersten Auftritt bei der Hallenlandesmeisterschaft, die zum 13. Mal ausgetragen wurde. Mit einer großen Sause der Fans, Spieler und Funktionäre endete der lange Tag im Vereinsheim, der bereits am Nachmittag begonnen hatte.

Von Markus Weber

15 Uhr: Rund 250 Fans warten am Klubheim in Todesfelde auf die Busse und auf die Mannschaft des verschnupften Trainers Thomas Möller und seines Assistenten Sascha Sievers. Als das Team den Kabinentrakt verlässt und Richtung Bus marschiert, brandet Jubel auf. Eine Konfetti- und eine Nebel-Kanone werden gezündet. „Wir sind alle blaugelbe Jungs" stimmen die Anhänger an.

15.25 Uhr: Mittlerweile sind auch je zwei voll besetzte Busse aus Bad Segeberg und aus Leezen eingetroffen. 30 Kisten Bier werden auf die Gefährte verteilt. Fördervereins-Vorsitzender Thomas Steenbock hat eine Extra-Ausgabe des SVT-Expresses in den Bussen ausgelegt. Vereinschef Holger Böhm und Liga-Manager Heiko Spiering versuchen, Verhaltensregeln vorzugeben - fast alle hören zu. Um 15.27 Uhr rollt der Mannschaftsbus vom Parkplatz, fünf Busse folgen ihm. „Auf geht es", ruft Spiering in die Runde.

15.31 Uhr: Holger Böhm, für den es in den vergangenen zwei Wochen eigentlich nichts anderes als das Hallenmasters gegeben hat, lehnt sich ganz vorn im Mannschaftsbus entspannt in seinem Sitz zurück und schnappt sich das Mikrofon zur Begrüßung: „Endlich ist der Tag gekommen, auf den wir alle hingefiebert haben",

15.48 Uhr: Sponsor Bernd Jorkisch, dessen Firmenlogo die Brust der SVT-Trikots ziert, wartet an der Autobahnauffahrt Daldorf  „So bin ich noch nie abgeholt worden", sagt er wenig später in seiner Begrüßungsrede im Teambus. Jorkisch erinnert die Spieler an ihre Verantwortung den mitgereisten Fans gegenüber. „500 Leute werden wie eine Wand hinter euch stehen. Gebt ihnen etwas zurück", sagt er. Später zeigt sich, dass die Spieler zugehört haben.

16.30 Uhr: Die Sechs Busse sind auf dem Parkplatz an der Sparkassenarena in Kiel angekommen und geben 350 Fans frei. Die übrigen Anhänger sind mit dem PKW angereist. „Das ganze Dorf ist da", skandieren die in blau und gelb gekleideten Anhänger. Die Polizisten verfolgen die friedlichen Gesänge mit einem Lächeln im Gesicht, auch wenn der eine oder andere Feuerwerkskörper gezündet wird.

16.42 Uhr: Mannschaft und Trainergespann stehen auf der Spielfläche der noch leeren Sparkassen-Arena und blicken sich ehrfürchtig um. „Mann, ist das Feld groß", stöhnt Co-Trainer Sievers. In Heiko Spiering steigt die Vorfreude mehr und mehr. „Das wird ein Wahnsinnstag. Ich freue mich für die Menschen in Todesfelde und insbesondere für Holger und Thomas, die jahrelang auf dieses Ziel hingearbeitet haben."

17.57 Uhr: Die Halle ist abgedunkelt. Funken-Fontänen sorgen für Gänsehaut-Atmosphäre und ein Spotlicht ist auf den Eingang gerichtet, aus dem gleich die acht Mannschaften in die Halle einlaufen werden. Die Todesfelder laufen als viertes Team ein und werden von ihrer Physiotherapeutin Stefanie Weinke angeführt, die im sexy Krankenschwester-Outfit in den nächsten Stunden Blickfang und beliebtes Foto-Motiv sein wird. In der Fankurve werden blau-gelbe Fahnen und Luftballons geschwenkt, die Stimmung ist ausgelassen. Nur das selbst gemachte riesig große Transparent „Bauer sucht Titel" muss eingerollt im Bus liegen bleiben. Ein Ordner untersagt die Mitnahme in die Halle. Er spricht von Brandgefahr - ungläubiges Kopfschütteln einiger Fans.

18.29 Uhr: Der große Moment ist gekommen. Das erste Spiel einer Todesfelder Mannschaft bei der Hallenlandesmeisterschaft ist angepfiffen. Der SVT legt gegen den SV Eichede einen Bombenstart hin und durch René Lübcke sowie Dominik Lembke ein 2:0 vor. Nachdem die Eicheder den Anschlusstreffer erzielt haben, bewahrt Geburtstagskind Daniel Jeschke, der von den Sportjournalisten zum besten Keeper des Turniers gewählt wird, seine Farben vor dem Ausgleich. Als André Kalbau und Jorrit Bernoth den 4:1-Endstand erzielt haben, kennt der Jubel beim Todesfelder Anhang keine Grenzen.

19.40 Uhr: Heiko Spiering und Holger Böhm, die die Spiele aus einer angemieteten Loge verfolgen, reißen die Arme in die Höhe und schreien ihre Freude heraus. Durch den 1:0- Erfolg über Flensburg 08, den André Kalbau mit einem Tor von der Mittellinie perfekt gemacht hat, ist die Möller-Elf vorzeitig für das Halbfinale qualifiziert. „Wir sind im Halbfinale. Ich kann nicht mehr", twittert Holger Böhm in einem sozialen Netzwerk im Internet.

20.20 Uhr: Das letzte Vorrundenspiel gegen den Viertligisten Holstein Kiel wird mit 1:3 (Tor Stefan Wrage) verloren, doch die Mannschaft eilt in die Fankurve und lässt sich ausgiebig feiern. Co-Trainer Sievers herzt überglücklich seine Helden und blickt tief bewegt in das blau-gelbe Farbenmeer vor sich. „Was für eine geile Party. Ich habe tatsächlich eine Gänsehaut."

22.08 Uhr: Der Traum vom Hallenmeistertitel ist nach dem 0:4 im Halbfinale gegen den VfB Lübeck ausgeträumt. Doch niemand, der es mit den Todesfeldern gehalten hat, ist enttäuscht. „Die Jungs haben das Optimum rausgeholt", ist die einhellige Meinung. Minutenlang werden die Spieler von ihren Anhängern mit Sprechchören gefeiert.

23.25 Uhr: Nach der Pressekonferenz rollt der Mannschaftsbus vom Parkplatz an der Sparkassen-Arena und steuert die erste Tankstelle an, um Bier zu laden. Fünf Minuten später erreicht Holger Böhm eine von zahlreichen Glückwünsch-SMS. Absender ist Jens Martens, der mit seinem SV Henstedt-Ulzburg zum ersten Mal nach sechs Teilnahmen in Folge und dem Titelgewinn 2007 nicht in Kiel dabei sein durfte. An Bord herrscht eine Mischung aus Zufriedenheit- und Müdigkeit. Die ist bei den Aktiven aber spätestens in dem Moment verflogen, als Sponsor Bernd Jorkisch einen namhaften Betrag für die Mannschaftskasse auslobt. „Ihr seid eine tolle Truppe. Ich bin stolz, euer Werbepartner zu sein."

0.26 Uhr: Der Bus hat Todesfelde erreicht, wo bereits seit einer Stunde eine mächtige Sause im bis zum Bersten gefüllten Klubheim steigt. Die eingefleischtesten Fans begrüßen das Team auf dem Parkplatz mit Bengalos und stimmen zur nachtschlafender Zeit ein „Nur der SVT" an. An Schlaf denkt in diesem Moment niemand. Mannschaft, Funktionäre und Fans feiern sich, den Verein und den erfolg- und ereignisreichen Tag bis in die frühen Morgenstunden.

 

TODESFELDER STIMMEN ZUM 13. FUSSBALL-HALLENMASTERS IN DER KIELER SPARKASSENARENA

Nico Timmermann, der am Samstagmorgen um 0.30 Uhr zur Arbeit musste und nach rund 24 Stunden ohne Schlaf am Todesfelder Klubheim ankam: „Das ist nach unseren beiden Aufstiegen das I-Tüpfelchen. Wie geil ist das bloß, dass ich dabei sein darf. Allein das Einlaufen bei der Begrüßung war ein riesiges, unbeschreibliches Gefühl. Alle jubeln dir zu. Trotzdem versuchst du dich auf das Sportliche zu konzentrieren. Und dann unsere Fans. Klasse, was auf die Beine gestellt wurde, das ist der helle Wahnsinn. Sportlich haben wir das Maximun heraus geholt. Im Halbfinale gegen den VfB Lübeck auszuscheiden, ist keine Schande."

Ferdinand Henze, der wie Timmermann erst spät nominiert wurde: „Natürlich hätte ich gerne mehr gespielt, aber alleine das Dabeisein ist toll. Stimmung und Atmosphäre sind großartig. Alle haben gute Laune. Mehr geht nicht."

Trainer Thomas Möller, der trotz Fieber und Schnupfen seine Mannschaft unterstützte, sich aber merklich zurücknahm: „Heute musste ich mich nicht aufregen. Nein, im Ernst. Das ist ein sensationeller Erfolg. Die Jungs haben sich mit ihrer mutigen Spielweise selbst belohnt. Gegen Holstein Kiel und im Halbfinale gegen den VfB Lübeck sind uns aber unsere Grenzen deutlich aufgezeigt worden. Gegen solche Teams wird jeder Fehler eiskalt bestraft. Heute werden wir den Moment einfach genießen. Ab Dienstag beginnt dann wieder unser Kerngeschäft. Und das ist der Klassenerhalt in der SH-Liga.

Sascha Sievers, Co-Trainer: „Das war ein tolles Erlebnis, an das wir uns alle noch sehr lange zurück erinnern werden. Vieles hat bei uns gepasst und dazu hatten wir noch einen starken Torwart. Es ist die Belohnung für die Arbeit, die wir seit anderthalb Jahren in der Fußallabteilung des SV Todesfelde verrichten. Schön, dass jetzt Normalität bei uns einkehrt. In den letzten drei Monaten ging es nur um das Hallenmasters in Kiel.

Vorsitzender Holger Böhm, der unter seinem weißen SV Todesfelde-Cap seine Haare blau gefärbt hatte: „Das war einfach ein ganz riesiges Ereignis, einfach nur großartig. Danke an alle. "